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Lebenslauf
Rainer Brem
früher Landshut / Niederbayern - jetzt Marienhafe / Ostfriesland
e-mail: gerhild-rainer.brem@t-online.de

Lebenslauf

Ein Talent, das während der Pubertät durch Retuschen aus Bikini-Mädchen in Zeitschriften nackte Damen machte, festigte in mir das Verlangen, beruflich graphisch weiter zu kommen. Der Wunsch, von Hamburg aus unsere schöne Erde kennen zu lernen, obsiegte allerdings zunächst. Ich habe dazu einfach Matrose in der Seeschifffahrt gelernt und erfüllte mir diesen Wunsch zu großen Teilen.

Ein Herr von der Berufsberatung machte mir danach klar, daß ich unbedingt Schriftsetzer lernen müsse, damit ich das nötige Rüstzeug für eine graphische Zukunft bekäme. Ich glaubte ihm und also lernte ich Schriftsetzer, ohne zu wissen, daß es diesen Bleistaub behafteten Beruf wenige Jahre später gar nicht mehr geben würde.

Diesem Mangel allerdings habe ich sozusagen noch in letzter Minute durch ein Studium in der Graphischen Industrie in München ausgleichen können.

Ich schien damit künstlerisch auf dem richtigen Weg zu sein. Konnte ich doch hier und da meine Einnahmen während des Studiums durch das eine oder andere Portrait ein wenig aufbessern. Auch entstanden ein paar Bauernmalereien auf Truhen und Schränken. Sogar ganzen Häusern habe ich die Fassade verschönt.

Dann holte mich das Leben ein. Meine kleine Familie mußte natürlich ernährt werden, und ich wechselte über den Umweg einer internationalen Autovermietung in den Vertrieb einer namhaften deutschen Versicherungsgesellschaft und war damit aber auch gleich soweit von meinen eigentlichen Neigungen entfernt, wie es weiter nicht ging. Immerhin durfte ich dort einer Hauszeitung Glanz und Bedeutung verleihen.

Auf der Suche nach neuen Herausforderungen landete ich von Landshut in Niederbayern aus im Vertrieb von Fotoschnelllabormaschinen und war, wie sich später herausstellte, schon ganz schön dicht an der künstlerischen Darstellung meiner Umwelt - denn die Idee der Fotoschnellentwicklung war so gut, daß ich sehr bald einen eigenen Betrieb in der Fotografie hatte. Die nächsten zwanzig Jahre lang habe ich den Landshutern dann viel Freude mit meinen Vorstellungen vom Fotografieren gemacht.

Herzinfärkte, das Alter und eine Zeit, in der Erfahrung und Können beruflich nicht mehr gefragt sind, haben nun endlich geschafft, was ich schon immer wollte: Ich male, fotografiere und schreibe - einfach so, weil's Spaß macht!

Elefanten gehen zum Sterben "nach Hause", sagt man. Ich habe es auch so gehalten. Der "Sensenmann" darf gerne noch 30 Jahre auf mich warten - aber mit dem Umzug nach Marienhafe in Ostfriesland bin ich wieder zu den Wurzeln meiner Herkunft in Norddeutschland zurückgekehrt. Und ich bin mir sicher, noch viele Jahre mit Freunden in einem traditionsreichen und liebenswerten Ort verbringen zu können.